Colcrys (Colchicin) behandelt akute Gichtanfälle und beugt wiederkehrenden Anfällen vor. Erhalten Sie klinische Details zu Dosierung, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen.
Colcrys enthält Colchicin, ein aus Colchicum Autumnale gewonnenes Alkaloid. Es beugt Gichtanfällen vor, indem es die Polymerisation von Tubulin in Mikrotubuli hemmt. Diese Störung verhindert die Migration und Aktivierung von Neutrophilen an der Stelle, an der sich Uratkristalle ablagern. Colcrys reduziert die Entzündungsreaktion, die durch Mononatriumuratkristalle im Gelenkgewebe verursacht wird. Es wirkt als antimitotisches Mittel und hemmt gezielt Zellen in der G1-Phase. Dieses Medikament behandelt akute Gicht und familiäres Mittelmeerfieber.
Allgemeiner Gebrauch
Colcrys behandelt akute Gichtanfälle und bietet Prophylaxe gegen wiederkehrende Episoden. Es wirkt, indem es die Entzündungsreaktion auf Uratkristalle verringert.
Das Medikament behandelt auch das familiäre Mittelmeerfieber (FMF), indem es die mit Pyrinmutationen verbundenen entzündlichen Signalwege hemmt. Es besitzt keine analgetischen oder urikosurischen Eigenschaften.
Dosierung und Richtung
- Akuter Gichtanfall: Die Anfangsdosis beträgt 1,2 mg beim ersten Anzeichen eines Gichtanfalls, gefolgt von 0,6 mg eine Stunde später.
- Gichtprophylaxe: Die typische Dosis beträgt 0,6 mg ein- oder zweimal täglich.
- FMF: 1,2 mg bis 2,4 mg täglich, aufgeteilt oder als Einzeldosis.
- Schlucken Sie die Tabletten im Ganzen mit oder ohne Nahrung.
Vorsichtsmaßnahmen
- Überwachen Sie die Nieren- und Leberfunktion genau.
- Reduzieren Sie die Dosis bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung.
- Brechen Sie die Behandlung sofort ab, wenn Symptome einer neuromuskulären Toxizität auftreten.
- Überwachen Sie die Knochenmarksdepression, einschließlich Leukopenie und Thrombozytopenie.
Kontraindikationen
- Patienten mit fortgeschrittenem Nierenversagen (eGFR weniger als 30 ml/min/1,73 m2).
- Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung.
- Gleichzeitige Anwendung mit starkem P-Glykoprotein oder starken CYP3A4-Inhibitoren.
- Blutdyskrasien.
Mögliche Nebenwirkung
- Magen-Darm: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.
- Hämatologisch: Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie.
- Neuromuskulär: Myopathie, Rhabdomyolyse, periphere Neuropathie, Muskelschwäche.
- Sonstiges: Alopezie, Müdigkeit.
Wechselwirkung mit Medikamenten
- Starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Clarithromycin, Ketoconazol, Ritonavir) erhöhen die Colchicin-Plasmakonzentrationen, was zu Toxizität führt.
- P-Glykoprotein-Inhibitoren (z. B. Cyclosporin, Ranolazin) erhöhen die systemische Colchicin-Exposition erheblich.
- Statine und Fibrate erhöhen in Kombination mit Colcrys das Risiko einer Myotoxizität.
Verpasste Dosis
Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie es bemerken. Wenn Sie sich der nächsten geplanten Dosis nähern, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Verdoppeln Sie nicht die Dosis.
Überdosis
Zu den Symptomen gehören schwerer Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schock, Multiorganversagen und Knochenmarksdepression. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Notarzt aufsuchen.
Lagerung
Bei Raumtemperatur zwischen 20 und 25 °C (68–77 °F) und vor Licht und Feuchtigkeit geschützt lagern. Von Kindern und Haustieren fernhalten.
FAQ
F: Heilt Colcrys Gicht dauerhaft?
A: Colcrys behandelt akute Symptome und beugt Schüben vor, senkt jedoch nicht den Serumharnsäurespiegel und heilt nicht die zugrunde liegende Stoffwechselerkrankung.
F: Kann ich während der Einnahme von Colcrys Grapefruitsaft trinken?
A: Vermeiden Sie Grapefruit und Grapefruitsaft, da diese die Enzyme CYP3A4 hemmen und das Risiko einer Colcrys-Toxizität erheblich erhöhen.
F: Wie lange dauert es, bis Colcrys bei einem Gichtanfall wirkt?
A: Der klinische Nutzen bei akuter Gicht beginnt typischerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Therapie.
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