Acetazolamid ist ein Carboanhydrasehemmer, der bei Glaukom, Ödemen und Höhenkrankheit eingesetzt wird. Sehen Sie sich die klinische Anwendung, Dosierung und Nebenwirkungen an.
Acetazolamid, der Wirkstoff in Diamox, wirkt als starker Carboanhydrasehemmer. Es erleichtert die renale Ausscheidung von Bikarbonat, Natrium, Kalium und Wasser. Durch die Unterdrückung der Aktivität des Enzyms Carboanhydrase im Auge verringert es die Rate der Bildung von Kammerwasser und senkt dadurch den Augeninnendruck. Klinisch nutzen Ärzte dieses Sulfonamid-Derivat zur Behandlung von Glaukom, idiopathischer intrakranieller Hypertonie und akuter Höhenkrankheit. Es löst eine metabolische Azidose aus.
Allgemeiner Gebrauch
Acetazolamid behandelt Offenwinkelglaukom, Sekundärglaukom und präoperatives akutes Stauungsglaukom, indem es die Produktion von Kammerwasser verringert. Es wirkt als Diuretikum, um die Flüssigkeitsansammlung bei Herzinsuffizienz oder medikamenteninduzierten Ödemen zu reduzieren. Darüber hinaus verschreiben Ärzte es zur Vorbeugung oder Linderung der Symptome der akuten Höhenkrankheit.
Dosierung und Richtung
- Glaukom: 250 mg bis 1 g täglich in mehreren Dosen.
- Höhenkrankheit: 125 mg zweimal täglich, Beginn 24 Stunden vor dem Aufstieg.
- Ödeme: 250 mg bis 375 mg einmal täglich, vorzugsweise morgens.
- Tabletten im Ganzen schlucken. Nicht zerdrücken oder kauen.
Vorsichtsmaßnahmen
- Überwachen Sie während der Langzeittherapie die Serumelektrolyte, insbesondere Kalium und Bikarbonat.
- Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder Leberzirrhose ist Vorsicht geboten.
- Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung müssen auf eine mögliche respiratorische Azidose überwacht werden.
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, um Nierensteinen vorzubeugen.
Kontraindikationen
- Erniedrigte Natrium- oder Kaliumspiegel im Blutserum.
- Ausgeprägte Nieren- oder Lebererkrankung.
- Hyperchlorämische Azidose.
- Nebennierenrindeninsuffizienz.
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide.
Mögliche Nebenwirkung
- Stoffwechsel: Hyperchlorämische metabolische Azidose, Hypokaliämie.
- Neurologisch: Parästhesie, Müdigkeit, Schläfrigkeit, metallischer Geschmack.
- Magen-Darm: Übelkeit, Erbrechen, Melena.
- Dermatologisch: Hautausschlag, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse.
- Nieren: Nephrolithiasis, Hämaturie.
Wechselwirkung mit Medikamenten
- Salicylate: Erhöhtes Risiko einer Acetazolamid-Toxizität.
- Antikonvulsiva: Erhöhtes Risiko für Osteomalazie bei Phenytoin oder Primidon.
- Cyclosporin: Erhöhte Serumkonzentration von Cyclosporin.
- Diflunisal: Signifikanter Anstieg der Acetazolamid-Plasmaspiegel.
Verpasste Dosis
Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie es bemerken. Wenn es bald Zeit für die nächste geplante Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Verdoppeln Sie zum Ausgleich nicht die Dosis.
Überdosis
Zu den Symptomen gehören ein Elektrolytungleichgewicht, eine metabolische Azidose und Auswirkungen auf das Zentralnervensystem. Suchen Sie sofort einen Notarzt auf. Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend; Es gibt kein spezifisches Gegenmittel.
Lagerung
Bei Raumtemperatur zwischen 20 und 25 °C (68–77 °F) und vor Licht und Feuchtigkeit geschützt lagern. Von Kindern und Haustieren fernhalten.
FAQ
F: Wie wirkt Diamox bei Höhenkrankheit?
A: Diamox induziert eine metabolische Azidose, die die Belüftung erhöht und die arterielle Sauerstoffversorgung in großen Höhen verbessert.
F: Ist Diamox ein Diuretikum?
A: Ja, Diamox ist ein Carboanhydrasehemmer, der als Diuretikum wirkt, indem er die renale Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten erhöht.
F: Kann Diamox ein Kribbeln verursachen?
A: Ja, Parästhesien, beschrieben als Kribbeln in den Fingern, Zehen oder im Gesicht, sind eine häufige Nebenwirkung der Behandlung mit Diamox.
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